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Katholische Pfarrei
St.Georg

300 Jahre St.Sebastian


ads-sebastian300 Jahre ist es her, dass der Bau der heutigen Sebastianskirche 1715 fertig gestellt wurde. Erst 14 Jahre später, am 1. September 1729, wurde die Kirche vom Regensburger Weihbischof Gottfried Langwerth von Simmern konsekriert. Festlich wurde dieses Jubiläum mit einem Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof Reinhard Pappenberger im bis zum letzten Platz besetzten Gotteshaus begangen. Die Chorgemeinschaft St. Georg unter Leitung von Roland Nitzbon mit der Missa brevis von Théodore Salomé übernahm die gebührende musikalische Umrahmung der Festmesse, Kantorin Kataryna Menges saß an der Orgel. Roland Nitzbon hat Text und Melodie eigens zu diesem Anlass verfasst. Dekan Markus Brunner blickte bei seiner Begrüßung nur einige Wochen zurück, wo die Pfarrei St. Michael ihr 50-jähriges Bestehen feierte und Pfarrer Alois Berzl angesichts des noch jungen Alters der Pfarrei diese als „junge Wilde“ einordnete. In diesem Sinn bezeichnete Dekan Brunner die Kirche St. Sebastian angesichts ihres 300-jährigen Bestehens als „ehrwürdige Dame“. Er zeigte sich erfreut, dass sich die Sebastianskirche als Schnittstelle der Pfarreien St. Georg, St. Michael und St. Martin einer großen Beliebtheit erfreue und eine Kirche voller Leben sei. Anlässlich des 300-jährigen Bestehens erhalte laut Dekan die Kirche nun zum dritten Mal einen Bischofsbesuch: Zur Einweihung 1729 weilte der Regensburger Weihbischof Gottfried Langwerth von Simmern in St. Sebastian, vor vier Jahren zum Abschluss der Generalsanierung der Kirche sei Dr. Gerhard Ludwig Müller nach St. Sebastian gekommen und nun zum 300-jährigen Bestehen des Gotteshauses Weihbischof Reinhard Pappenberger.

Dieser erinnerte in seiner Predigt, dass mit dem Jubelfest das 300- Jährige von Neu-Sebastian gefeiert würde, denn eine steinerne Widmungstafel über dem südlichen Kirchenportal gebe Zeugnis davon, dass an der gleichen Stelle schon ein Vorgängergotteshaus zu Ehren des hl. Sebastian gestanden hätte. Im Zuge der Reformation sei dies auf Befehl des Pfalzgrafen Friedrich abgebrochen worden. „Aus dem Patrozinium des Pestpatrons St. Sebastian ist laut Chronik zu schließen, dass sich an dieser Stelle ein alter Pestfriedhof befunden hatte. Die vorausgehende Pestkirche stammt von 1473“, ließ der Weihbischof wissen. Er ging dann auf die Legende des Hl. Sebastian als Patron der Pestkranken und Bedrängten ein. „Die Pestkranken können sich mit dem Heiligen, der mit Pfeilen durchbohrt dargestellt werde, gut identifizieren, denn auch sie fühlen sich wie von Pfeilen durchbohrt“, erläuterte Reinhard Pappenberger. Nach der Überlieferung sei Sebastian als Märtyrer in Rom gestorben. Laut Prediger sei Sebastian als Soldat im Heer des Kaisers Carinus gewesen, hätte aber als junger Christ in dieser Zeit anderen Christen, die inmitten von Heiden und Christenverfolgern litten, geholfen. Nach dem Tod des Kaisers Carinus sei Diokletian sein Nachfolger geworden, der eine brutale Christenverfolgung betrieben hätte, was auch Sebastian in Bedrängnis gebracht habe. „Der Kaiser ließ den gläubigen Christen Sebastian an einen Pfahl binden und mit Pfeilen durchbohren, der auf wundersame Weise überlebt hätte. Nach den Ausführungen des Weihbischofs sei er von der Witwe Irene gesund gepflegt worden, um abermals dem Kaiser entgegenzutreten und ihn wegen seiner Christenverfolgung anzuklagen. Wutentbrannt hätte laut Pappenberger Diokletian Sebastian wie einen Hund in der Zirkusarena in Rom mit Keulen erschlagen lassen. „Was treibt Sebsatian an, so etwas zu tun und so rücksichtslos gegen sich selbst zu sein“, stellte Reinhard Pappenberger die zentrale Frage. Er verwies auf die Katakom benkunst, wo die ersten Christen auf die Gräber der Verstorbenen Lichtbringer gemalt hätten, die über den Tod hinausweisen würden. Schon sehr bald seien hier Bilder mit Hirten und ihren Schafen entstanden und somit Christusbilder. Der Hirt sei alle Wege schon selbst gegangen und er zeige den Weg vom Tod ins Leben, von der Dunkelheit ins Licht, erläuterte der Prediger. „Die Bilder sind Zeugnis eines tiefen Glaubens und einer unbeirrbaren Hoffnung der Christen, die sie auch bereit macht, den Tod im Namen Christi auf sich zu nehmen“, machte Reinhard Pappenberger bewusst. Sebastian sei dem Kaiser mutig entgegengetreten, um zu verhindern, dass ein Mensch etwas tue, was dem göttlichen Auftrag widerspreche. In Irene hätte er helfende Hände im Kampf für die Gerechtigkeit um des Friedens willen gefunden. Laut Weihbischof würden uns die Märtyrer herausfordern, den Menschen Recht zu tun als Werk des Friedens. „Gott wird letztendlich sein Maß um das Herz des Menschen legen“, betonte Pappenberger. Mit einen Blick zurück zur Sebastianskirche erinnerte er, dass gerade die Pestzeit, eine der besten Zeiten der Kirche gewesen sei, da sie um die selbstlose Sorge um die Kranken glaubwürdiger denn je gewesen sei. „In dem Dienst am anderen erfüllen sich die Worte der Heiligen Schrift ‚Was ihr einem meiner geringsten getan habt, habt ihr mir getan’“, machte Weihbischof Pappenberger bewusst und fügte hinzu: „Wir tun Gutes, weil uns Christus dazu drängt, und letztendlich erwächst uns selbst daraus Frieden, wenn der Mensch dem Menschen gerecht wird“. Nach dem Pontifikalgottesdienst stand noch ein Besuch von Weihbischof Pappenberger im benachbarten Clementine von Wallmenich Haus an, wo er von der Vorsitzenden der Schwestenschaft Brigitte Wedemeyer und zahlreichen Senioren empfangen wurde. Nach einem Hausrundgang, nach dem der Weihbischof der Einrichtung und seinen Bewohnern den kirchlichen Segen spendete, stand ein gemeinsames Mittagessen an.